4-Tage-Törn in Friesland
Auf dieser Seite findet Ihr die Boots- und Tourangaben mit einer Karte, eine Reisebeschreibung nebst Fotos sowie ganz am Ende unsere persönlichen Empfehlungen.
Schiffsname: Aqua Amor
Länge: 13,50 Meter
Vercharterer: Aqualux Yachtcharter BV
Heimathafen: Irnsum
Gesamtstrecke: ca. 212 km
Montag: Irnsum –> Naturanleger (27 km)
Dienstag: Naturanleger–> Lemmer (36 km)
Mittwoch: Lemmer –> Makkum (59 km)
Donnerstag: Makkum –> Irnsum (90 km)

Sicher ist, dass nichts sicher ist
Wenn bei einem Bootsurlaub eines sicher ist, dann dass nichts sicher ist. So haben wir zuvor drei unterschiedliche Touren geplant. Aber schon am ersten Tag war klar, dass es eine ganz andere Tour werden wird. Wir legten nach einem gemütlichen Kaffee an Bord gegen 16:00 Uhr vom Heimathafen ab und starteten mit dem ersten Ziel eines Naturanlegers in den südfriesischen Kanälen.
Während wir so fuhren überlegten wir, dass wir nicht nur auf den idyllischen Kanälen fahren möchten, sondern auch gerne auf das IJsselmeer raus wollen. Also ging es schon los mit einer neuen ungeplanten Tour, denn eine Kombi hatten wir in den Varianten nicht berücksichtigt. Und so nahmen wir uns die Routen vor, um die Änderungen zu planen. Die zuerst gedachte „Turftroute“ war aufgrund Brücken und Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht durchführbar. Also mussten wir schauen, wie weit wir heute noch kommen würden. Erst dann könnten wir die nächste Strecke planen. Und so legten wir um 19:30 Uhr an einem Naturanleger an. Hier waren wir nun auf einer leicht bewaldeten Insel von etwa 3.000 qm Mutterseelen alleine. Um uns herum nur Natur pur. Und natürlich unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang/Rundgang um „unsere“ Insel. Zurück auf dem Boot stießen wir dann erst einmal mit dem Begrüßungs-Prosecco des Vercharterers auf einen tollen Urlaub an. Danach gemeinsam kochen, abwaschen und den Abend bei einem Gläschen Rotwein an Deck beschließen.
Der zweite Tag begann wie in der Zwischenzeit bei den Bootsurlauben gewohnt gegen 9:00 Uhr. Aufstehen, zwei Tassen Kaffee trinken, dann Maschine an und Leinen los. Für ein Frühstück geht dann einer später während der Fahrt unter Deck und schmiert für jeden ein paar Brötchen oder Brote. So können wir frühzeitig ablegen, ohne schon kurz nach dem Aufstehen etwas essen zu müssen. Das ist nämlich gar nicht unser Ding.
Nach neuester Törnplanung wollten wir heute weiter über die Kanäle durch ein Naturschutzgebiet nach Süden fahren, um am Abend von dort auf das IJsselmeer zu stoßen. Doch leider wurde uns hier recht schnell ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn nach etwa 8 Kilometern Fahrt stießen wir auf eine geschlossene Schleuse, die unsere Weiterfahrt verhinderte. Also schnell wieder den aktuellen Plan über den Haufen werfen und ganz flexibel umdisponieren. Wir beschlossen wieder zurück und am folgenden Tag von Lemmer aus auf das IJsselmeer zu fahren. Bereits gegen 15:30 Uhr lagen wir im Yachthafen von Lemmer und hatten so ausgiebig Zeit, uns einmal das Stadtzentrum anzusehen. Wir lieben die niederländischen Städte mit ihren kleinen Häusern und einladend offenen Fenstern. Hier haben wir dann lecker Kibbeling und Eis gegessen. Danach gingen wir noch an den Strand von Lemmer. Den Tagesabschluss bildete wieder „the same procedure as every day“: Gemeinsam kochen, abwaschen und den Abend bei einem Gläschen Rotwein an Deck beschließen.
Das IJsselmeer – windstill und wellenlos
Tag 3 unserer Kurzwoche ließen wir langsam angehen. Das Ziel unserer heutigen Etappe stand bereits fest: Makkum, am nordöstlichen Ende vom IJsselmeer vor der Schleuse zum Wattenmeer. So tranken wir in aller Ruhe unseren Kaffee, während sich langsam unser Tank mit Frischwasser füllte. Gegen 11:00 Uhr war es dann so weit: Der Frischwassertank war voll und wir konnten ablegen. Das IJsselmeer erreichten wir dann um kurz nach 12:00 Uhr durch die große Prinses-Margrietsluis, die insbesondere für die Berufsschifffahrt gedacht ist. Und dann konnten wir für fünf Stunden bei ruhigem Wetter die Fahrt über ein ebensolches IJsselmeer genießen.
Um 17:00 Uhr erreichten wir Makkum und legten im Stadthafen vor der Schleuse an. Da die Hafengebühr im Hafenkontor, welches auch Schleusenhäuschen ist, zu entrichten war, nutzten wir diese Gelegenheit für einen Rundgang durch den Ferienort. Coronabedingt konnten wir uns auch hier nur ein Eis zum mitnehmen genehmigen, da die Lokale nicht bewirten durften. Auf dem Rückweg trafen wir noch auf ein paar Deichschafe und Gänse, die in aller Ruhe am Wegesrand grasten und sich durch uns nicht beirren ließen. Abschluss des Tages: Gemeinsam kochen, abwaschen und den Abend bei einem Gläschen Rotwein an Deck beschließen. Das entwickelt sich noch zu einem Ritual!
Der letzte Tag vor der Bootsübergabe an den Vercharterer stellte wieder unter Beweis, wie schön ein flexibler Bootsurlaub sein kann. Ursprünglich war geplant, von Makkum aus das IJsselmeer über die Schleuse bei Stavoren zu verlassen. Aber das Wetter lud uns zu einer Planänderung ein.
Wir legen gegen 11:00 Uhr ab und sahen uns auf der Zufahrt zum IJsselmeer einer regelrechten Armada von Segelbooten gegenüberstehen. Die Niederländer nutzen Christi Himmelfahrt für ihre privaten Ausflüge. Also war Vorsicht und erhöhte Aufmerksamkeit angesagt, damit es nicht zu einer Kollision kommt. Und dann erlebten wir eine herrliche Überfahrt bei traumhaftem Wetter. Und genau das war der Moment, als wir beschlossen die Rückfahrt zum Heimathafen auf dem IJsselmeer wieder über Lemmer zu verlängern. Natürlich war uns klar, dass wir dann nicht vor 20:00 Uhr ankommen würden. Aber da wir für den Abend keine Pläne mehr hatten, stellte das kein Problem dar.
Nach etwa 5 Stunden erreichten wir erneut die Prinses-Margrietsluis bei Lemmer. Hier setzte sich der Schiffsandrang noch einmal fort, denn viele Sportboote wollten nun wieder in die friesischen Kanäle einfahren. Zum Glück bot uns ein netter Holländer an, uns an seinem Boot zum Warten auf die Schleusenöffnung fest zu machen, denn die Anleger waren gänzlich belegt. Und als dann zwei Berufsschiffe die Schleuse verließen, hatten wir große Mühe, die miteinander vertauten Schiffe zu halten. Nach dem Schleusen fuhren wir noch 3 Stunden über den Prinses-Margriet-Kanal und erreichten unseren Heimathafen in Irnsum um 20:30 Uhr. Und was kam dann? Gemeinsam kochen, abwaschen und den Abend bei einem Gläschen Rotwein an Deck beschließen.
Am Freitagmorgen war dann um 10:00 Uhr die Schiffsübergabe und Endabrechnung über die Zusatzbuchungen und Dieselverbrauch. Ende dieses tollen Urlaubs.
Unser Urlaub in Bilder












































Unsere Empfehlungen
Kibbeling
Kibbeling ist ein niederländisches Fischgericht. Dafür werden Fischfilets in mundgerechte Würfel geschnitten, mit Backteig überzogen und dann frittiert. Für die Zubereitung werden Filets von Kabeljau, heute auch der preiswertere Seelachs oder Seehecht, verwendet. Serviert werden die Fischwürfel mit Knoblauchdip, häufig auch mit Pommes Frites. Kibbeling wird in den Niederlanden an vielen Imbissbuden angeboten, auch in norddeutschen Küstenorten und grenznahen deutschen Orten wird er verkauft.
Das Wort „Kibbeling“ bezeichnete ursprünglich gesalzene Abfälle (die Wangen) des Kabeljaus. (Wikipedia)
Naturanleger
Immer wieder stößt man in den Kanälen Frieslands auf Naturanleger. Hier kann jeder in der Regel bis zu 2 Tagen kostenlos festmachen. Diese werden von der Vereinigung Marrekrite in Friesland angeboten und betreut. Allerdings sollte man je nach Vorhaben darauf achten, ob der angesteuerte Anleger offen, eingezäunt oder gänzlich auf einer Insel ist. Darauf vorbereitet, dass es in der Umgebung kein Restaurant, keine Einkaufsmöglichkeit und keinen Landstrom gibt, kann die Übernachtung hier ein unvergessliches Erlebnis von Ruhe inmitten der Natur werden.