Wattenmeer, IJsselmeer und Amsterdam

Auf dieser Seite findet Ihr die Boots- und Tourangaben mit einer Karte, eine Reisebeschreibung nebst Fotos sowie ganz am Ende unsere persönlichen Empfehlungen.

Schiffsname: Andreas
Länge: 12,6 Meter
Vercharterer: De Driesprong Yachtcharter
Heimathafen: Langelille
Gesamtstrecke: ca. 350 km

Freitag: Langelille –> Sneek (30 km)
Samstag: Sneek –> Harlingen (66 km)
Sonntag: Harlingen –> Enkhuizen (62 km)
Montag: Enkhuizen –> Amsterdam (57 km)
Mittwoch: Amsterdam –> Kampen (82 km)
Donnerstag: Kampen –> Langelille (54 km)

Ein Hauch von Meer

Für diesen, unseren bislang größten Törn, plante ich drei unterschiedliche Routen, denn die gewünschte Strecke über das Wattenmeer und IJsselmeer war wetterabhängig. Also wollte ich auch für den Fall von ungeeignetem Wetter gut vorbereitet sein. Am Ende stellte sich aber heraus, dass wir keinen Alternativtörn benötigten, obwohl wir den letzten Zielhafen vor der Abschlussfahrt zum Heimathafen doch noch wetterbedingt ändern mussten. 

Nach unserer Ankunft am Freitag, 4. Mai, auf dem Schiff Andreas, bekamen wir wunschgemäß ohne langes Warten die kurze Einführung. So konnten wir bereits gegen 15:00 Uhr ablegen, um noch am frühen Abend das erste Ziel unseres Törns, die Stadt Sneek, zu erreichen. Hier machten wir in einem der Kanäle, etwa einen Kilometer vor dem Stadthafen, für die erste Nacht fest. In dem uns bereits bekannten Lokal „De Walrus“ aßen wir zu Abend und hatten sogleich ein für uns einmaliges Erlebnis: 2 Schweigeminuten zum nationalen Totengedenktag. Die plötzliche Stille in dem gut besuchten Lokal und der gesamten Stadt verursachte bei uns sogleich eine Gänsehaut. 

Am Samstag führte uns der Weg dann über die friesischen Kanäle, vorbei an Häusern mit liebevoll gepflegten Gärten, bis nach Harlingen, eine Hafenstadt am Wattenmeer. Nach einem ausgiebigen Abendspaziergang über den Hafen, kehrten wir in einer Pizzeria ein. Die folgende Nacht verbrachten wir in einem, direkt am Stadtpark gelegenen Yachthafen, außerordentlich ruhig. 

Von hier aus ging es am nächsten Morgen über eine Schleuse durch den Stadthafen raus aufs Wattenmeer. Bei Windgeschwindigkeiten von etwa 10 bis 15 km/h hatten wir keine Probleme, auf dieser Strecke bis zur Schleuse, die uns auf das IJsselmeer führte. Bei weiterhin ruhiger See und strahlendem Sonnenschein genossen wir die Fahrt, bis wir unser nächstes Etappenziel, die Stadt Enkhuizen, erreichten. In der sehr großen Hafenanlage des „Compagnieshaven“ fanden wir einen Platz für die kommende Nacht. Nach einem gemütlichen Kaffee an Bord machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden und eine Einkehr für den Abend zu finden. Eine schöne Atmosphäre bei gutem Essen konnten wir dann auch im Restaurant „Markerwaard“ mit Blick auf den „Oude Haven“ genießen, was ein wirklich gelungener Abschluss dieses tollen Tages war.

Traum von Amsterdam

Die Tour am Montag führte uns nach einer weiteren Schleusendurchfahrt über das Markermeer, welches sehr ruhig, fast wie ein Spiegel, da lag. Erstmalig konnte Carmen und ich gemeinsam während der Fahrt am Bug unserer Yacht sitzen und all die wundervollen Eindrücke aufnehmen, da wir das Steuer unserem Sohn Nico überlassen konnten. Aufgrund der Infos, die wir ihm in den letzten Tagen gegeben hatten, konnte er das Schiff auf dieser Strecke verantwortungsvoll alleine führen. Mit der gelungenen Planung erreichten wir bereits um 16:00 Uhr Amsterdam und machten im Yachthafen „Sixhafen“, direkt neben dem Fährterminal „IJplein“ fest. Mit dieser Fähre konnten wir 24 Stunden kostenlos zur belebten Südstadt übersetzen. Also die besten Voraussetzungen für zwei schöne Tage in Amsterdam. In dieser Zeit besuchten wir „The Amsterdam Dungeon“ und machten eine Candlelight Grachtenfahrt, was ich sehr empfehlen kann. Und natürlich durfte der Besuch in einem  Pannekoekenhuis nicht fehlen, wo wir die traditionellen Pfannkuchen genießen konnten. 

Unser ursprüngliches Ziel am Mittwoch, 9. Mai, wäre das kleine Fischerdorf Urk am IJsselmeer gewesen. Allerdings hatten wir bereits an diesem Tag Windgeschwindigkeiten von etwa 25 km/h, was wir bei der Überfahrt über das IJsselmeer noch zu spüren bekommen sollten. Für Donnerstag wurden Windspitzen von über 40 km/h in Böen vorhergesagt, was eine Weiterfahrt von Urk unangenehm und gefährlich hätte werden lassen. Also änderte ich den ursprünglichen Plan mit Zielhafen Urk auf Kampen, weil diese Stadt im geschützten Landesinneren liegt.

Die stramme Tagestour führte nun über das Markermeer durch die Schleuse in das IJsselmeer, wo der stärkere Wind deutlich auf dem Schiff zu spüren war. Mit einer sicheren Route in Richtung Urk, konnte ich dann mit einer Drehung um 90 Grad die Ketelbrug in einem Kurs von etwa 130 Grad mit den Wellen ansteuern. Nach über 80 Kilometern erreichten wir gegen 19:30 Uhr dann endlich den kleinen Yachthafen „De Buitenhaven“ in Kampen. Wie gewohnt speisten wir sehr schmackhaft. Diesen Tag beschlossen wir in geselliger Runde bei einem Bier auf dem noch sehr belebten Platz „Plantage“ im Zentrum der Stadt. 

Auf der letzten Fahrt durch die Kanäle Frieslands führte uns der Weg durch das kleine Städtchen Blokzijl. Hier legten wir noch eine Pause ein um den für Friesland typischen frittierten Fischbruch zu essen und uns die Aktivitäten in der Schleuse anzusehen, bevor wir sie selbst durchfuhren. Dann ging es zügig weiter durch die Kanäle in Richtung Norden. Die letzte Hebebrücke vor unserem Heimathafen des Yachtvercharterers De Driesprong erreichten wir um 18:55 Uhr, fast in letzter Minute, denn 2 Minuten nach unserer Durchfahrt erleuchtete an der geschlossenen Hebebrücke Doppelrot. Eine Durchfahrt wäre dann erst wieder am nächsten Morgen möglich gewesen. Und so konnten wir auch an unserem letzten Abend das Essen in einem Restaurant genießen und die mitgebrachten Sicherheitsrationen an Dosenfutter wieder mit nach Hause nehmen. 

Abschließend können wir sagen, dass dieser bisher längste Törn auch der erlebnisreichste, entspannendste und schönste war!

Unser Urlaub in Bilder

Unsere Empfehlungen

Candlelight Grachtenfahrt

Entspannen Sie bei einer 2-stündigen Bootsfahrt in romantischer Atmosphäre. Der Tourguide, leckere Weine, eine köstliche Auswahl an niederländischen Käsesorten runden die Fahrt ab! Es ist wunderbar die schöne Stadt Amsterdam bei Kerzenschein zu erkunden. Die Grachtenhäuser, die beleuchteten Brücken und die gemütliche Ausstattung der Hausboote erzeugen zusammen einen magischen Anblick, den Sie nicht vergessen werden. 
Ich kann dieses Erlebnis nur jedem Besucher von Amsterdam empfehlen!

Harlingen

Ein heimeliger Ort mit einer komplett intakten, historischen Innenstadt im Holland-Stil, der kurz südlich des Abschlussdeiches des Ijsselmeeres die Szenerie bestimmt. Die hiesige Schleuse ist der Ausgangspunkt für die Sportschifffahrt aus den Kanälen in das Wattenmeer. 
Der weithin sichtbare historische Leuchtturm von Harlingen – holländisch Vuurtoren – verlor 1998 nach 75 Dienstjahren seine Funktion. Total renoviert beherbergt er heute eine exklusive Ferienwohnung mit wohl einer der besten Aussichten an der gesamten Nordseeküste der Niederlande.

Enkhuizen

Enkhuizen ist ein beliebter Ausflugshafen im westlichen Teil des IJsselmeeres. In den Sommermonaten gibt es auch regelmäßige Schiffsverbindungen nach Stavoren und Urk. Die Stadt hat eine Eisenbahnverbindung über Hoorn, Purmerend und Zaanstad mit Amsterdam. Über den Mitteldeich (Houtribdijk), der das IJsselmeer vom Markermeer trennt, führt eine Straße nach Lelystad. 
Für die Enkhuizer Wirtschaft ist die Fischerei nicht mehr von Bedeutung, im Gegensatz zum Tourismus (Wassersport, Innenstadt). Das Agrarwesen der Umgebung ist ebenfalls wichtig, neben dem Anbau von Kohl und anderen Gemüsesorten züchtet man Zierblumen und Zierpflanzen, mit deren Saat umfangreicher Handel betrieben wird. 
Um das Jahr 1000 gab es hier bereits eine Siedlung. Im Jahre 1296 wurde das schon bedeutende Dorf Enkhuizen bei einem Streit, der Graf Floris V. das Leben kostete, zum Teil niedergebrannt. Der Ort erhielt 1355 das Stadtrecht. Es war im Mittelalter mehrmals Ausgangspunkt von Streitigkeiten zwischen den Friesen, den Holländern und dem Herzogtum Geldern. Enkhuizen entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der Heringfischerei; neue Häfen wurden angelegt und um 1600 waren 300 der insgesamt 500 Heringfangschiffe Hollands von Enkhuizen aus aktiv. Als 1603 die Niederländische Ostindien-Kompanie errichtet wurde, war daran auch Enkhuizen beteiligt. Am Ende ihrer Blütezeit im Jahr 1652 war Enkhuizen für die damaligen Verhältnisse mit über 25.000 Einwohnern eine Großstadt. Der eigentliche Stadtkern war zu dieser Zeit größer: das Kuhtor und Reste der Stadtmauern liegen in einem Gebiet, welches jetzt dem Außenviertel angehört.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Enkhuizen)

Kampen

Die Stadt Kampen zeichnet sich besonders durch ihr Zentrum aus: die Innenstadt von Kampen ist eine der am besten erhaltenen Stadtkerne in den Niederlanden. Dort sind beispielsweise noch Überreste der Stadtmauer sowie drei Stadttore in gutem Zustand zu finden. Diese heißen Koornmarktspoort, Cellebroederpoort und Broederpoort und werden heute unter anderem für Kunstausstellungen und Hochzeiten genutzt. 
Ebenso gibt es in Kampen viele alte, aber gut erhaltene Kirchen, wie beispielsweise die Bovenkerk. Sie ist Teil der Silhouette der Stadt, die man vom Wasser aus besonders gut bewundern kann. Denn Kampen liegt am Fluss IJssel und verfügt über zehn Jachthäfen sowie ideale Surf- und Badegewässer. Imposant ist die Hansestadt Compagnie, die „Braune Flotte von Kampen“, bestehend aus 40 Schiffen mit dem stolzen Bugbild der majestätischen „Stedemaeght“. (https://www.holland-hanse.de/hansestadte/kampen/)

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